Rechtsaußen ist noch Platz
Glosse. F. Merz, der tatsächlich unser Bundeskanzler ist, kommt bei Frauen nicht gut an. Auch nicht bei jungen Leuten und ohnehin nicht bei Menschen, die sich politisch eher links verorten. Es bleiben übrig: Männer, die rechts sind. Frustrierte Männer, die keine «Ausländer» mögen, obwohl sie gar keine kennen. Männer, die der alten Zeit hinterher trauern, als man Ehefrauen noch vergewaltigen durfte.
Am rechten Rand der CDU bröckelt es inzwischen wie an den Steilküsten von Rügen. CDU-Männer migrieren zur AfD. Das ist bemerkenswert: Diese Männer wenden sich einer «Alternative» zu, die dilettantische Politik macht, die Luftschlösser aufpustet und sich genüsslich in Hass und Hetze wälzt. Dass es also Männer gibt, die ernsthaft der AfD zujubeln, ist ein trauriger Zustand einer Republik, die sich mit voller Lust auf den Abgrund zubewegt.
Vielleicht glaubt F. Merz, mit bestimmten Aussagen genau jene Männer halten zu können, die mit der AfD liebäugeln. Doch dieser geniale Plan geht einfach nicht auf, im Gegenteil: Die AfD wird immer beliebter, ihre Umfragewerte steigen. Trotz der Skandale, trotz des Nepotismus, trotz Weidel und Chrupalla. Trotz der üblen Menschenfeindlichkeit.
Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover. Er schreibt Artikel über das Internet, außerdem bloggt er über Technik, Politik und das Schreiben. Mehr