Testfahrt mit dem Canyon Citelite:On

Mit dem E-Bike durch die City düsen – durch den Stadtwald und übers Feld: Mit dem Citylite:On von Canyon klappt das hervorragend. Es ersetzt jetzt mein altes VanMoof S2.

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Capacties statt Notion

Seit einer Weile beschäftige ich mich mit dem «Personal Knowledge Management» und den passenden Tools dafür. Nun habe ich Capacities installiert, eine Notion-Alternative aus Deutschland. Was mir daran besonders gefällt: «Tägliche Notizen» bilden sozusagen den Einstieg. Ich notiere jeden Tag, was mir durch den Kopf geht, und sortiere das Wissen später in meine Struktur. Hieraus entstand auch ein Artikel für heise online: Mit Capacities persönliches Wissen organisieren.

Capacities organisiert die Inhalte nicht in Ordnern, sondern als Objekte. Seiten sind Objekte, Bilder sind Objekte, Personen sind Objekte – jedes Ding ist ein Objekt. Ich sammle beispielsweise Infos zu Orten, an denen ich einst verweilte, an mehreren Stellen. Jetzt nutze ich in Capacities einfach den Objekttyp «Ort» und speichere alles über Rom zentral in einem Objekt, also konkret auf einer Seite. Die enthält verschiedene Felder für Metadaten: Zeit, Bewertung, Kategorie («Stadt»), Mitreisende und mehr. Das lässt sich alles flexibel erweitern und verbinden. Schlau!

Capacities ist eine Notion-Alternative aus Deutschland und organisiert persönliches Wissen in Objekten.

Man kann zudem eigene Objekttypen definieren und mit allen möglichen Eigenschaften befüllen (das sind im Prinzip Felder für Daten). Anytype macht das ganz ähnlich, ich finde aber die Bedienoberfläche von Capacities viel schöner. Ich werde Capacities nun eine Weile testen und mit den Notizen arbeiten; parallel habe ich noch Logseq installiert, das ebenfalls tägliche Anmerkungen entgegennimmt.

Jetzt muss ich aber noch schauen, wie ich meinen Kram aus Notion kopiere – eine bequeme Import-Funktion fehlt in Capacties leider noch: «This feature is not yet available. We are working hard to make it available as soon as possible.» Immerhin kann man einzelne Seiten recht einfach einlesen, für mich reicht das erst einmal aus.

Männer, die meckern

Ein weiterer Nachteil von Social Media ist, dass alle Männer dort mitmachen dürfen. Sie schreiben, was sie wollen, und die Welt darf es lesen. Das ist vor allem auf X.com nicht mehr zu ertragen, doch auch bei Threads vergiften Männer die Stimmung mit ihren dümmlichen und frauenfeindlichen Anmerkungen. Aktuell liefert die aktuelle Mondmission einmal mehr Anlass für Männer, sich aufzuregen und alles besser zu wissen.

Beispiel: Eine Mathematikerin fotografiert sich selbst, während sie den Start von Artemis II betrachtet; in ihren Brillengläsern spiegelt sich die Rakete. Nörgelnd kommentiert ein Kerl, warum sie während eines historischen Moments ausgerechnet ein Selfie aufnehmen müsse! Ein anderer Versager mosert, es sei doch wohl «peak 2026», während eines Raketenstarts ein Selfie zu machen. Dabei zeigt das Bild einfach pure Freude.

An anderer Stelle nörgeln andere Männer, dass Reid Wiseman doch nicht mit einer alten Nikon fotografieren solle. Und die Lichtempfindlichkeit sei viel zu hoch eingestellt – ISO 51.200! Das kritisierte Foto Hello, World zeigt die Erde im Gegenlicht der Sonne. Der Nordpol befindet sich unten links und nicht oben, wie wir es von Karten gewohnt sind. Ein Umstand, der so manchen Social-Media-Nutzer zur Rage bringt: «Wieso wurde das Foto nicht eingenordet?» Wie schön wäre es doch, wenn das Denken vor dem Schreiben käme.

Der andere Daniel um die Ecke

Steile These: Es gehört zur deutschen Identität, ein Postfach bei GMX oder Web.de zu haben. Dieser Pflicht bin ich lange nicht nachgekommen. Nun wollte ich mich spaßeshalber registrieren, um die Verfügbarkeit eines guten Nutzernamens zu prüfen. Mein Name ist leider recht generisch und weltweit verbreitet; es gibt immer schon einen Daniel Berger.

Selbst hier um die Ecke wohnt einer! Ich habe einmal seine Post bekommen, sie versehentlich geöffnet und dadurch erfahren, was er verdient. Ich war schwer beeindruckt, habe ihn aber nie persönlich getroffen. Seine Gehaltsabrechnung habe ich ihm vorbeigebracht, doch er war nicht da, nur seine Frau. Schade. So bleibt immerhin die diffuse Möglichkeit bestehen, dass es sich bei dem anderen Daniel Berger doch um mich selbst handelt. Dass ich zwei Leben lebe, ohne es zu wissen!

Aber ich schweife ab. Es ist also so, dass ich meinen Namen niemals als Nutzernamen bei Mail-Anbietern bekomme, also etwa danielberger@gmx.de. Also muss ich kreativ werden, was nicht immer gutgeht: Bei Google habe ich mir alternativ ein Wortspiel mit meinem Namen ausgedacht und übersehen, dass es sich dabei um einen echten Nachnamen handelt. Was das für Konsequenzen hat, habe ich aufgeschrieben: Die Mails der Anderen.

Leider schon vergeben

Aber ich schweife ab. Ich rief nun GMX.de auf und startete die Registrierung. Der Nutzername danielberger ist natürlich längst vergeben, also unterbreitete mir GMX einige Vorschläge: mydaniel.berger, daniel.berger2026, info.daniel.berger und mail.daniel.berger. Nun ja, das ist alles nicht grandios – und schlussendlich auch egal. Seit 2008 besitze ich nämlich meinen Namen als Domain! Das erlaubt mir eine semantisch angenehme Adresse: feedback@danielberger.net. Schön, oder?

Mein Abijahrgang ist bei GMX und Gmail

Mein Abijahrgang feiert diesen Sommer sein 20-jähriges Jubiläum. In einer E-Mail zum Save the Date standen sämtliche Adressen im An-Feld1, sodass ich sie leicht analysieren konnte. Mich hat nämlich interessiert, welche Provider die Leute so nutzen. Na ja, «interessiert» ist vielleicht etwas übertrieben.

  1. Auch bekannt als «unzulässige Offenlegung personenbezogener Daten», hm? Vielleicht auch nicht: Da sich alle Empfänger persönlich «kennen», liegt womöglich keine Datenschutzverletzung vor. Ich verspüre eine herrliche Erleichterung ob des ausbleibenden Rechtsstreits.

Es sind insgesamt 53 Adressen, was 57 Prozent des Abijahrgangs 2006 entspricht (N = 92, n = 53). Nur zwei Personen verwenden eine eigene Domain für ihre E-Mails – es müssen gottlose Nerds sein. Auffällig ist noch, dass es immerhin drei Posteo-Kunden gibt, die offenbar Wert auf Datenschutz legen. Ansonsten haben 17 Personen eine Mail-Adresse bei GMX, 13 bei Gmail, zehn bei Web.de, zwei bei Hotmail und jeweils eine Person bei Outlook, MSN, Magenta, AOL und Yahoo. (Outlook, Hotmail und MSN gehören alle zu Microsoft.) Eine Person ist mit einer Firmenadresse vertreten.

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Wir sind offenbar die Generation GMX. Und wahrscheinlich ist kaum jemand bereit, für ein E-Mail-Postfach Geld auszugeben; mit der Ausnahme der Domain-Besitzer und Posteo-Kunden. Dass GMX- und Web.de-Nutzer für ein Premium-Konto zahlen, halte ich für unwahrscheinlich.

Ansonsten hatten 47 Personen ziemliches Glück: Ihr Name war bei der Anmeldung ihrer E-Mail noch frei, sodass sie Adressen nach dem Muster vorname.nachname besitzen. Dieser Luxus war mir nie vergönnt, ich war stets zu spät dran, mein Name ist zu generisch, zu weit verbreitet. Mein erstes E-Mail-Konto hatte ich übrigens bei GMX mit einem peinlichen Nutzernamen, den ich niemals laut sagen werde.