Der andere Daniel um die Ecke

Steile These: Es gehört zur deutschen Identität, ein Postfach bei GMX oder Web.de zu haben. Dieser Pflicht bin ich lange nicht nachgekommen. Nun wollte ich mich spaßeshalber registrieren, um die Verfügbarkeit eines guten Nutzernamens zu prüfen. Mein Name ist leider recht generisch und weltweit verbreitet; es gibt immer schon einen Daniel Berger.

Selbst hier um die Ecke wohnt einer! Ich habe einmal seine Post bekommen, sie versehentlich geöffnet und dadurch erfahren, was er verdient. Ich war schwer beeindruckt, habe ihn aber nie persönlich getroffen. Seine Gehaltsabrechnung habe ich ihm vorbeigebracht, doch er war nicht da, nur seine Frau. Schade. So bleibt immerhin die diffuse Möglichkeit bestehen, dass es sich bei dem anderen Daniel Berger doch um mich selbst handelt. Dass ich zwei Leben lebe, ohne es zu wissen!

Aber ich schweife ab. Es ist also so, dass ich meinen Namen niemals als Nutzernamen bei Mail-Anbietern bekomme, also etwa danielberger@gmx.de. Also muss ich kreativ werden, was nicht immer gutgeht: Bei Google habe ich mir alternativ ein Wortspiel mit meinem Namen ausgedacht und übersehen, dass es sich dabei um einen echten Nachnamen handelt. Was das für Konsequenzen hat, habe ich aufgeschrieben: Die Mails der Anderen.

Leider schon vergeben

Aber ich schweife ab. Ich rief nun GMX.de auf und startete die Registrierung. Der Nutzername danielberger ist natürlich längst vergeben, also unterbreitete mir GMX einige Vorschläge: mydaniel.berger, daniel.berger2026, info.daniel.berger und mail.daniel.berger. Nun ja, das ist alles nicht grandios – und schlussendlich auch egal. Seit 2008 besitze ich nämlich meinen Namen als Domain! Das erlaubt mir eine semantisch angenehme Adresse: feedback@danielberger.net. Schön, oder?

Lob oder Kritik? Schreib mir eine Mail oder kauf mir einen Kaffee.

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Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover. Er schreibt Artikel über das Internet, außerdem bloggt er über Technik, Politik und das Schreiben. Mehr