Mein Abijahrgang ist bei GMX und Gmail
Mein Abijahrgang feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. In einer Mail zum Save the Date standen sämtliche Mail-Adressen im An-Feld1, sodass ich sie leicht analysieren konnte. Mich hat nämlich interessiert2, welche Provider die Leute so nutzen.
- Auch bekannt als «unzulässige Offenlegung personenbezogener Daten», hm? Vielleicht nicht: Da sich alle Empfänger persönlich «kennen», liegt womöglich keine Datenschutzverletzung vor. Ich verspüre eine herrliche Erleichterung ob des ausbleibenden Rechtsstreits.
- Nun ja, «interessiert» ist vielleicht etwas übertrieben.
Es sind insgesamt 53 Adressen, was 57 Prozent des Abijahrgangs 2006 entspricht (N = 92, n = 53). Nur zwei Personen verwenden eine eigene Domain für ihre E-Mails – es müssen gottlose Nerds sein. Auffällig ist noch, dass es immerhin drei Posteo-Kunden gibt, die offenbar Wert auf Datenschutz legen. Ansonsten haben 17 Personen eine Mail-Adresse bei GMX, 13 bei Gmail, zehn bei Web.de, zwei bei Hotmail und jeweils eine Person bei Outlook, MSN, Magenta, AOL und Yahoo. (Outlook, Hotmail und MSN gehören alle zu Microsoft.) Eine Person ist mit einer Firmenadresse vertreten.
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Wir sind offenbar die Generation GMX. Und wahrscheinlich ist kaum jemand bereit, für ein E-Mail-Postfach Geld auszugeben; mit der Ausnahme der Domain-Besitzer und Posteo-Kunden. Dass GMX- und Web.de-Nutzer für ein Premium-Konto zahlen, halte ich für unwahrscheinlich.
Ansonsten hatten 47 Personen ziemliches Glück: Ihr Name war bei der Anmeldung ihrer E-Mail noch frei, sodass sie Adressen nach dem Muster vorname.nachname besitzen. Dieser Luxus war mir nie vergönnt, ich war stets zu spät dran, mein Name ist zu generisch, zu weit verbreitet. Mein erstes E-Mail-Konto hatte ich übrigens bei GMX mit einem peinlichen Nutzernamen, den ich niemals laut sagen werde.
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Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover. Er schreibt Artikel über das Internet, außerdem bloggt er über Technik, Politik und das Schreiben. Mehr