Testfahrt mit dem Canyon Citelite:On

Ein E-Bike vor einer Mauer.
Mein neues E-Bike: das Citylite:On von Canyon in der Farbe «Moonstone».

Mit dem E-Bike durch die City düsen – durch den Stadtwald und übers Feld: Mit dem Citylite:On von Canyon klappt das hervorragend. Es ersetzt jetzt mein altes VanMoof S2.

Der Lkw hält in der Straße und lädt einen großen Karton aus. Da steht er nun auf der Straße, und ich schiebe ihn mühsam auf den Fußweg. Im Karton befindet sich: mein neues Elektrofahrrad, das Citylite:On von Canyon.

Nachdem ich mich auf mein VanMoof S2 nicht mehr verlassen konnte, schaute ich im Netz nach Alternativen. Ich wollte ein urbanes E-Bike mit einem gescheiten Gepäckträger, auf dem ich auch einen Kindersitz anbringen kann; idealerweise mit dem MIK-System. Ich wollte zudem ein schönes Rad mit Riemenantrieb und einem Bosch-Motor direkt an den Pedalen. All das erfüllt das Citylite:On. Und dessen Preis ist auch in Ordnung.

Ich rang jedoch eine Weile mit mir: Schon wieder ein Fahrrad im Netz bestellen? Was, wenn damit etwas ist? Und außerdem: Mehr als 3000 Euro ausgeben, um mit dem E-Bike durch die Gegend zu flitzen? Ja, na gut: Schließlich besuchte ich die Canyon-Website, um die Bestellung zu tätigen. Doch das Rad war nicht mehr verfügbar, zumindest nicht in der gewünschten Farbe «Moonstone». Also musste ich warten und weiterhin mit dem S2 zur Arbeit fahren.

Um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, funktionierte das VanMoof zwischendurch wieder – das hatte es in der Vergangenheit bereits einige Male getan, nachdem der Motor wochenlang komplett geschwiegen hatte. Keine Ahnung, was sich geändert hat und wieso es auf einmal wieder «ansprang», aber es fuhr. Frage nur: für wie lange? Und prompt fiel der Motor wieder ganz aus und ich musste strampeln. Es war schlimm, viele ältere Herren düsten lachend an mir vorbei. Endlich erhielt ich eine Mail. Das Fahrrad wäre wieder verfügbar. Mit feuchten Händen klickte ich herum und bestellte das Rad samt Front-Gepäckträger für insgesamt 3138,79 Euro.


Es war ein sonniger Tag, als ich das Fahrrad vor dem Haus aufbaute. Ich richtete den Lenker aus, schraubte die Pedale dran und machte alles, was das Aufbau-Video erklärte. Derweil kamen einige Nachbarn vorbei und befragten mich ausgiebig zu meinem neuen Fahrrad – ich war wie ein Händler, nur dass ich lediglich ein einziges Rad im Angebot hatte, und das wollte ich unbedingt behalten.

Der Motor vom Rad nennt sich «Performance Line BDU3460» und stammt von Bosch.

Als ich alle Fragen beantwortet hatte, konnte ich eine erste Runde drehen. Natürlich im Turbo-Modus! Woah, was für ein Unterschied zu meinem S2. Der Motor macht ordentlich Druck und hat Power, die Beschleunigung ist gewaltig (im Vergleich zum S2). Die erste Ausfahrt machte großen Spaß, ich ballerte durch die Stadt, fuhr alle Menschen um, irre lachend. Nein. Ich fuhr natürlich ordentlich – ordentlich schnell! Ab in den Wald, hier lang, dort lang. Ach, das ist schon toll.


Der Testbericht von Radfahren.de kritisiert «die großen Gangsprünge» der Shimano-Schaltung. Dem würde ich zustimmen, das fiel mir auch auf, stört mich aber nicht groß. Ohnehin muss ich mich wieder ans Schalten gewöhnen: Das S2 hatte eine Automatik und mein anderes Fahrrad hat nur einen Gang. Was mich am Citylite hingegen nervt: Die hintere Bremse schleift. Das sei anfangs wohl normal, schreibt die Canyon-Dokumentation: «Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Scheibenbremsen bei einem Neurad am Anfang leicht schleifen.» Also warte ich erst mal ab und korrigiere, wenn nötig.

Das Licht ist im Lenker integriert, geht aber nicht automatisch an.

Leider hat der Sattel beim Transport eine Kerbe abbekommen, darum kümmert sich aber der Canyon-Support (siehe unten). Auch hier warte ich ab und fahre derweil durch die Gegend, zur Arbeit, zum Spielplatz. Mir fehlt jetzt noch ein Fahrradkorb oder eine Fahrradtasche. Dank MIK lässt sich das ja alles schnell einhängen. Und ich habe Flow+ abonniert, um die Statistiken in der Bosch-App auszulesen. Kostet 40 Euro im Jahr, noch bin ich aber in der kostenlosen Testphase. Ich werde an dieser Stelle berichten: To be continued ...

  • Update, 16. April: Heute kam ein neuer Sattel per Post. Erst vorgestern hatte ich mit dem Canyon-Support gechattet. Er hatte mir 35 Euro «bewilligt», um einen neuen Sattel in einem Onlineshop zu bestellen, was ich gestern getan habe. Vorhin brachte der Postbote das Paket mit dem Sattel. Problem gelöst – top!
  • Update, 24. April: Das Quietschen der Scheibenbremsen hat sich deutlich verschlimmert, sie pfeifen recht laut beim Anfahren. Ich muss sie wohl endlich mal neu justieren. Oder jemand, der sich damit auskennt.
  • Update, 28. Mai: Die Bremsbeläge saßen wohl nicht parallel zur Bremsscheibe. Ich habe dank YouTube1 den Bremssattel neu ausgerichtet, habe also daran herumgefummelt, bis es sich gebessert hat. Das Quietschen ist (erst mal) weg, dieses seltsame Pfeifen, dafür schleift die Bremse vorn leicht. Das bekomme ich aber auch noch hin!

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Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover. Er schreibt Artikel über das Internet, außerdem bloggt er über Technik, Politik und das Schreiben. Mehr