Vergleich: Notion, Obsidian und Anytype

Für die Organisation meines Alltags nutze ich derzeit hauptsächlich Notion und befülle darin zusammen mit meiner Frau eine Einkaufsliste (und mehr). Das funktioniert hervorragend, weil es bei Rewe, Rossmann & Co. fast immer WLAN gibt. (Anderweitigen Empfang habe ich leider selten.) Ich kann also spontan in der Notion-App nachschauen, ob noch etwas Wichtiges auf der Liste steht und das dann kaufen. Ketchup zum Beispiel. Oder Chips. Schokolade.

Logos von Notion, Obsidian und Anytype
Die drei Apps Notion, Obsidian und Anytype helfen, persönliches Wissen, Notizen und Ideen festzuhalten.

Notion funktioniert am besten mit Verbindung zum Internet, denn alles wird in der Cloud gespeichert (also auf Amazons AWS-Servern). Das hat viele Vorteile, nur liegen die Inhalte auf fremden Computern. Eine interessante Alternative zu Notion ist Obsidian, das ich derzeit parallel ausprobiere. Die App gefällt mir sehr gut, ich mag die Bedienoberfläche und deren Aufbau. Es ist zudem möglich, Inhalte einfach ins Web zu stellen.

Hat dir dieser Inhalt gefallen? Dann kauf mir doch einen symbolischen Kaffee. Ich freue mich sehr über jedes Trinkgeld, das ich sogleich in einen Flat White investieren werden.

Für einen Artikel habe ich außerdem Anytype getestet, das Daten über ein Peer-to-Peer-Netzwerk abgleicht und deshalb (fast) auf AWS verzichten kann. Die genauen Unterschiede zwischen Notion, Obsidian und Anytype habe ich im erwähnten Artikel aufgedröselt, zu lesen auf heise online.

  • Notion: Cloudservice, mit Notion-KI
  • Obsidian: speichert Inhalte in Textdateien
  • Anytype: Open Code, mit Peer-to-Peer-Netzwerk

Wer einen sichereren Weg sucht, Notizen, Ideen und Daten zu sammeln und zu organisieren, sollte Obsidian und Anytype testen. Beide Tools sind grundsätzlich kostenlos, nur Zusatzfunktionen kosten Geld. Obsidian-Nutzer können beispielsweise einen Sync-Service buchen, um Inhalte über mehrere Geräte abzugleichen. Alles wird verschlüsselt, was auch bei Anytype der Fall ist. Somit sind die persönlichen Daten besser geschützt als bei Notion. Zudem ist es mit beiden Apps möglich, komplett lokal zu arbeiten, also offline. Nur steht man dann im Rewe und weiß nicht, ob zu Hause Ketchup fehlt.

  • Update, 6. März: Ich habe inzwischen noch einen Artikel zu Anytype geschrieben. Darin erkläre ich, wie man mit der App loslegt, alles einrichtet und wieso sich das alles wie Notion anfühlt – aber besser.

Amazon verklagen

Die Verbraucherzentrale NRW plant eine Sammelklage gegen Amazon, der sich Prime-Kunden bald anschließen können. Es geht dabei um die Preiserhöhung im September 2022: Damals stieg der Preis von Amazon Prime von 69 Euro auf 89,90 Euro im Jahr, beziehungsweise von 7,99 auf 8,99 Euro pro Monat. Diese Erhöhung sei aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW rechtswidrig. Sobald die Klage eingereicht ist, können Prime-Kunden sich der Klage kostenfrei anschließen. Auf der Website kann man einen News-Alert abonnieren, um nichts zu verpassen.

  • Update, 13. Januar 2026: Es ist so weit, das Klageregister ist ab sofort eröffnet. Prime-Kunden können sich also eintragen! Die Verbraucherzentrale hilft dabei und bietet einen Klage-Check sowie einen Textbaustein.

Klage gegen Prime-Werbung

Es gibt übrigens noch eine andere Sammelklage gegen Amazon, bei der es um die zusätzlichen 2,99 Euro ging, die fällig wurden, um Werbung bei Prime abzustellen. Wer vor dem 5. Februar 2024 ein Abo bei Amazon Prime hatte, kann sich der Sammelklage der Verbraucherzentrale Sachsen anschließen. Das gilt auch für Kunden, die nicht die knapp 3 Euro im Monat zahlten! Details erklärt eine FAQ, zudem gibt es eine Ausfüllhilfe.

  • Update, 6. November: Ich hatte mich der Klage gegen die Werbung bei Prime angeschlossen. Nun hat mir das Bundesamt für Justiz einen Brief geschickt: «Ihre Anmeldung zur Verbandsklage gegen Amazon [...] wurde [...] eingetragen», heißt es darin.
  • Update, 2. Dezember: Bislang haben sich 123.000 Prime-Kunden der Sammelklage angeschlossen. Bei einer zusätzlichen Gewinnabschöpfungsklage geht es nun um nicht weniger als 1,8 Milliarden Euro.

Instagram ist Heroin

Aber natürlich ist Instagram reine Zeitverschwendung. Trotzdem nutze ich die Plattform mehrmals täglich und schaue mir das alles an. Der Charme von früher ist längst verschwunden: Instagram besteht nur noch aus Content, der mich eigentlich nicht interessiert.

Ich habe mir mal die ersten 20 Beiträge genauer angeschaut, die mir die App nach dem Öffnen präsentierte: Nur fünf davon stammten von Accounts, denen ich folge. Sieben Anzeigen bekam ich zu sehen, die meisten davon bewarben die neue Ricoh GR IV, die ich kaufen soll. Außerdem hat mir Instagram weitere Beiträge vorgeschlagen, also Inhalte von Accounts, denen ich nicht folge.

Ich vergeude hier mein Leben!

Wenn ich so auf dem Sofa liege und bräsig Instagram-Content konsumiere, schrecke ich manchmal auf und denke: Ich vergeude mein Leben! Was mache ich hier eigentlich? Damit ich künftig nicht mehr so arg in der App versacke, habe ich in den Android-Einstellungen ein Zeitlimit definiert – nach täglich 15 Minuten Instagram ist Schluss, und die sind erstaunlich schnell abgelaufen. Es ist ohnehin viel besser, zu fegen. Oder zu saugen. Oder den Geschirrspüler auszuräumen.

Instagram ist kaputt. Es ist eine Plattform, die meine Zeit stiehlt, die mir im schlimmsten Fall schlechte Laune bereitet, weil ich sehen muss, dass andere Leute einen fantastischen Urlaub erleben. Oder dass sie eine herrliche Radtour machen oder Ramen essen oder ihre hübsche Wohnung noch hübscher machen. Alles nur inszeniert, schon klar. Alles wird immer nur von der besten Seite gezeigt! Das ist nichts Neues.

Neid auf Fremde

Als ich 2017 in Japan war, erlebte ich die beste Reise meines Lebens. Alles war fantastisch, selbst der viele Regen und die grotesken Spinnen in den Bäumen. Und doch verspürte ich einen seltsamen Neid auf eine mir unbekannte Person, die Fotos von einem schönen Park in Kyoto gepostet hatte. Sogleich dachte ich, dass ich diesen Park unbedingt auch besuchen musste. Doch das war natürlich grober Unfug: Warum sollte ich dieser fremden Person nacheifern? Instagram sollte mir nicht den Urlaub vermiesen.

Trotzdem habe ich diese dumme App weiterhin auf meinem Smartphone installiert. Aber immerhin widerstehe ich immer öfter dem Druck und halte Langeweile einfach aus. Stehe in der U-Bahn und denke: Ich möchte hier nicht sein. Natürlich nicht. Alle anderen flüchten ins Handy. Ein hässlicher Mann schaut sich schöne Mädchen auf dem Bildschirm an. (Weird.) Andere wischen wie in Trance durch den Content. Und ich? Ich schaue auf fremde Displays. Es gibt einfach kein Entkommen.

Es weht ein kalter Wind

Die AfD hat einen kleinen Infostand aufgestellt; er steht neben dem Klo. Es ist Markttag, in diesem Stadtteil haben die Rechtsextremen keine Chance – hier gehen die Menschen lieber zum Sommerfest der Grünen; hier leben viele Familien, denen es gutgeht. Zwar fummeln Unbekannte regelmäßig die «FCK NZS»-Aufkleber von den Straßenlaternen, aber eigentlich sind die Leute hier angenehm weltoffen und bunt. Deshalb lebe ich hier gern.

Jetzt müsste ich der AfD wohl, äh, Chuzpe zusprechen, dass sie sich hierher traut und ausgerechnet hier ihren peinlichen Infostand aufstellt. Doch es wird Berechnung sein, wahrscheinlich hoffen sie, dass irgendein «linksradikaler» Marktbesucher ihren Stand verwüstet oder ihnen auf die Schnauze haut – dann könnten sie sich wieder als Opfer stilisieren. Die arme, arme AfD.

Doch arm ist diese Partei natürlich nicht. Und sie will das vierte Reich so dringend. Ein Reich mit einem sauberen Stadtbild, mit Deutschen, die aber wirklich deutsch sind. Bis ins elfte Glied. Dass sich die AfD nun auch in diesem grünen Stadtteil offen präsentiert, ist vielleicht erst der Anfang von etwas Üblem.

Da steht ein AfD-Stand neben dem Klo

Eines Tages kommen sie schon noch an die Macht – im Zweifel mit der CDU. Das ist nicht mehr auszuschließen. Es ist eine Möglichkeit, die wir betrachten müssen. Dass eines Tages Jens Spahn ruft: «Leute, wir machen das jetzt, wir bilden eine Schwarz-braune Koalition!» Dann steht hier nicht mehr nur ein kleiner AfD-Stand neben dem Klo, sondern es wird ein eiskalter Wind durchs Land wehen.

Kinder sind unerwünscht

Glosse. Es gibt spezielle Cafés für Eltern und ihre Kinder. Dort können die Kleinen in «Erlebniswelten» spielen – oder im Bällebad ertrinken. Wahrscheinlich ist das ein lauter Ort, an dem Erwachsene eigentlich nicht so gern sind. Außerdem gibt es noch Indoor-Spielplätze. Die sind wirklich die Hölle, denn da ist es noch lauter und noch wilder. Überall rennen fremde Kinder herum, die oft seltsam sind. Anarchie und Remmidemmi.

Gut, dass es solche Orte gibt. Immerhin müssen Eltern dort nicht ständig Schhh! machen oder das Kind zurechtweisen. Es darf einfach mal Kind sein und bis zum Hörsturz kreischen. Aber wie traurig ist zugleich, dass es solche Orte geben muss? Dass Kinder nur in bestimmten Umgebungen so sein dürfen, wie sie eben sind. In einem regulären Café1 sollen die Kinder – wenn sie schon anwesend sein müssen – bitte ruhig sein. Unsichtbar. Niemals stören, niemals laut sein. Nicht nerven! Das mögen die Leute nicht, sie wollen ungestört über Luhmanns Zettelkasten philosophieren oder über Jazz und Politik und Versicherungen reden. Kinder sollen nicht wirklich Teil der Gesellschaft sein. Das ist nämlich zu anstrengend.

  1. Als vor einigen Jahren ein Café in Hamburg Kinder unter 6 Jahren für unerwünscht erklärt hatte, berichtete darüber sogar der Spiegel. Die Chefin des Cafés erklärte damals, dass sie kein «spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kind-Projekt» betreibe. Das klang ziemlich aggressiv, inzwischen ist das Café dauerhaft geschlossen.

In Hannover gibt es das «GlüxxEck», ein schönes Café in unserem Stadtteil, das anfangs auch eine feine Spielecke bot. Es war gemütlich dort und der Sohn konnte spielen, und wir saßen daneben und tranken Kaffee und aßen Kuchen. Das Café schaffte es, die Interessen der Kinder und die der Eltern auf angenehme Weise zu kombinieren.

Doch dann verschwand die Spielecke. Als Ersatz gab es im Nebenraum zwar viel Spielzeug, aber dort war es längst nicht so gemütlich wie im eigentlichen Gastraum. Ich fühlte mich ziemlich abgesondert. Eines Tages verschwand auch dieses Spielangebot, außerdem der Außenbereich mit Rutsche, den wir im Sommer gern genutzt hatten. Wir saßen in der Abendsonne, tranken Flat Whites und der liebe Sohn spielte mit Dinosauriern, weil er vom Zettelkasten nix wissen wollte.

Unser Sohn spielte mit Dinos, weil er vom Zettelkasten nix wissen wollte

Nun steht die Rutsche außerhalb des Café-Geländes an der Straße, und das ehemals familienfreundliche Café serviert Cocktails. Das ergibt aus betriebswirtschaftlicher Sicht sogar Sinn: Kinder geben wenig Geld aus, denn sie haben oft keines. Sie sind mittellos. Das Beispiel zeigt, wie Kinder erst an den Rand gedrängt und schließlich verdrängt werden. Niemand hat Bock auf Kinder, die den Betrieb oder die Gäste stören. Dabei wissen wir doch alle, wer wirklich stört: die verdammten Raucher!